10. 05. 13: Freundschaft mit sich selbst
"Aristoteles sagt: 'Die Freundschaftlichkeit gegenüber anderen erwächst aus der Freundschaft mit sich selbst.' Denn 'wer gegen sich selbst böse ist, wem wird er gut sein?' (Sirach 14,5) Deshalb sagt der Erlöser ausdrücklich: 'Seid barmherzig', denn er will, dass wir auch bermherzig sind mit unserem eigenen Leib und unserer Seele." (Sermo XII,2)
22. 04. 13: Vertrauen
"Als ob Vertrauen etwas für Dumme wäre. Als ob wir eine Wahl hätten."
(Jan-Philipp Sendker in Das Flüstern der Schatten)
(Jan-Philipp Sendker in Das Flüstern der Schatten)
16. 04. 13: Groß vom Menschen denken
"Macht euch bewusst, wie groß die Seele geschaffen ist! Ich bilde einen Buchstaben nach dem Ebenbild, das der Buchstabe in mir hat, in meiner Seele, nicht aber nach meiner Seele. So ist es auch bei Gott. Gott hat alle Dinge gemeinhin nach dem Bild geschaffen, das er von allen Dingen in sich hat, nicht aber nach sich selbst. Die Seele aber hat er nach sich selbst geschaffen." (Predigt 24)
09. 04. 13: Gott ohne Bild erkennen
"Solange die Seele noch nicht entblößt ist von allem Vermittelndem, wie klein dies auch sei, so lange sieht sie Gott nicht. [...] Das ewige Wort ist das Vermittelnde und das Bild selbst, auf dass die Seele in dem ewigen Wort Gott begreife und erkenne, unmittelbar und ohne Bild." (Predigt 69)
Trifft es nicht zu, dass wir ohne Bilder nicht Gott denken können? Was ist nötig, um zu dieser Gottunmittelbarkeit der Seele zu kommen, eine Erfahrung davon zu machen? Wie entblöße ich die Seele? Gott begreifen und erkennen, ohne Bild - lässt sich das lehren? Was heißt das zum Beispiel für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden?
Trifft es nicht zu, dass wir ohne Bilder nicht Gott denken können? Was ist nötig, um zu dieser Gottunmittelbarkeit der Seele zu kommen, eine Erfahrung davon zu machen? Wie entblöße ich die Seele? Gott begreifen und erkennen, ohne Bild - lässt sich das lehren? Was heißt das zum Beispiel für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden?
25. 03. 13: Gott
"Gott ist die Antwort auf die Frage, die in der Endlichkeit des Menschen liegt; er ist der Name für das, was den Menschen unbedingt angeht. Das heißt nicht, dass es zunächst ein Wesen gibt, das Gott genannt wird, und dann die Forderung, dass es den Menschen unbedingt angehen soll. Es heißt, dass das, was einen Menschen unbedingt angeht, für ihn zum Gott (oder Götzen) wird, und es heißt, dass nur das ihn unbedingt angehen kann, was für ihn Gott (oder Götze) ist." (Tillich, Paul: Systematische Theologie I, S. 247)
25. 03. 13: Das Wort in der Seele (2)
"Wenn das Wort in die Seele spricht und die Seele antwortet in dem lebendigen Wort, dann wird der Sohn lebendig in der Seele." (Predigt 18)
Und Gerhard Wehr sagt über die Theologie von Tillich:
Mit dem Wort Gottes ist bei Tillich "in der Regel nicht ein 'außen' gesprochenes Wort gemeint. Vielmehr handelt es sich um das Gewahrwerden dessen, was in der Seele da ist, was in ihr 'ankommt', was einem 'aufgeht', was aber als dasjenige genommen werden sollte, das gleichsam von oben her, eben aus dem Raum des Offenbarenden dem Menschen 'innen' begegnet." (Vgl. Wehr, Gerhard: Paul Tillich zur Einführung, Hamburg 1998, S. 59, unter Aufnahme von Gedanken aus dem 2. Band der Systematischen Theologie von Tillich.)
Und Gerhard Wehr sagt über die Theologie von Tillich:
Mit dem Wort Gottes ist bei Tillich "in der Regel nicht ein 'außen' gesprochenes Wort gemeint. Vielmehr handelt es sich um das Gewahrwerden dessen, was in der Seele da ist, was in ihr 'ankommt', was einem 'aufgeht', was aber als dasjenige genommen werden sollte, das gleichsam von oben her, eben aus dem Raum des Offenbarenden dem Menschen 'innen' begegnet." (Vgl. Wehr, Gerhard: Paul Tillich zur Einführung, Hamburg 1998, S. 59, unter Aufnahme von Gedanken aus dem 2. Band der Systematischen Theologie von Tillich.)
09. 03. 13: Was ist Theologie?
Dies ist "das erste formale Kriterium der Theologie: Der Gegenstand der Theologie ist das, was uns unbedingt angeht. Nur solche Sätze sind theologisch, die sich mit einem Gegenstand beschäftigen, sofern er uns unbedingt angeht" (Tillich, Paul: Systematische Theologie I, 19f)
Von daher wird die Erfahrung zur wesentlichen theologischen Kategorie, eine Erfahrung freilich, der das Ereignis der Offenbarung vorgelagert ist.
Von daher wird die Erfahrung zur wesentlichen theologischen Kategorie, eine Erfahrung freilich, der das Ereignis der Offenbarung vorgelagert ist.
26. 02. 13: Von der Schale zum Kern
"Wenn du den Kern haben willst, musst du die Schale aufbrechen. Also ist es so: Willst du die Natur unverhüllt finden, so müssen die Gleichnisse alle zerbrechen, und je weiter man darin fortschreitet, desto näher kommt man dem Sein. Wenn die Seele das Eine findet, in dem alles eins ist, dann bleibt sie in dem einzigen Einen." (Predigt 51)
20. 02. 13: Liebe und Erkennen
"Das Erkennen löst ab, denn das Erkennen ist besser als die Liebe. Aber zwei sind besser als eins; das Erkennen trägt die Liebe in sich. Die Liebe verliebt sich und hängt sich fest an die Gutheit. In der Liebe bleibe ich also 'in der Pforte' hängen, und die Liebe wäre blind, wenn es kein Erkennen gäbe." (Predigt 19)
Ich beginne etwas von dem zu ahnen, was es bedeutet, wenn Eckhart als Dominikaner immer wieder betont, dass das Erkennen der Liebe überlegen ist. Wenn ich es auf menschliche Beziehungen wende: Die Liebe zu einem Menschen ist schön, aber sie ist auch von Übertragungen, Sehnsüchten, Projektionen voll. Wenn ich den anderen oder die andere nicht immer mehr erkenne, wie er/sie ist (nicht, wie ich mir ihn/sie mir wünsche), dann wird die Liebe ein blindes Huhn bleiben und scheitern.
Und ich erinnere mich an den Begriff des Erkennens, wie er in dem Post vom 05.02. (Moltmann) gemeint ist.
Ich beginne etwas von dem zu ahnen, was es bedeutet, wenn Eckhart als Dominikaner immer wieder betont, dass das Erkennen der Liebe überlegen ist. Wenn ich es auf menschliche Beziehungen wende: Die Liebe zu einem Menschen ist schön, aber sie ist auch von Übertragungen, Sehnsüchten, Projektionen voll. Wenn ich den anderen oder die andere nicht immer mehr erkenne, wie er/sie ist (nicht, wie ich mir ihn/sie mir wünsche), dann wird die Liebe ein blindes Huhn bleiben und scheitern.
Und ich erinnere mich an den Begriff des Erkennens, wie er in dem Post vom 05.02. (Moltmann) gemeint ist.
17. 02. 13: Das Wort in der Seele
"Das Wort [Gottes] liegt in der Seele verborgen, dadass man es nicht weiß noch hört, solange ihm nicht Raum geschaffen wird in der Tiefe des Hörens." (Predigt 19)